3. Fahrtag
Ins spanische Baskenland

Senta (Berrietchia) - Portillo de Eraice - Burgui (E)

Zum Frühstück schnell wieder in die Kneipe nach Senta. Völlig unvermutet treffen wir Brian, Brian und Kevin - es wird wohl ein langer Tag für die Oldies.

Sieht gewichtsoptimiert aus, fährt aber scheiße: Peters MTB ohne SattelAm Col de Soudet bricht an Peters Rad die Sattelstütze: Ausgerechnet bei ihm, wo er doch der leichteste von uns ist! Unbequem stehend geht es weiter.

502 Zeugen des Sattelstützenbruchs

Der Landschaft an der Grenze nach Spanien: weite Kalk-Karstflächen. Das ist die Gegend  rund um den Skiort Pierre St. Martin: Kalkkarsttrockener Kalkkarst soweit das Auge reicht

Da muß wohl schon ´mal jemand verunglückt seinWarntafelOben auf dem Hochplateau ist ein Vielzahl Dolinen zu sehen: Einsturztricher zusammengestürzter Karsthöhlen. Manche Dolinen sind sogar eingezäunt und das Betreten der Flächen scheint wirklich sehr gefährlich zu sein.

 

An der Grenze nach Spanien (Collado Ernaz)
ist echt die Sau los:

WasguckstduBuenos DíasAch du dicke Sau

Der erste Eindruck: In Frankreich gehts bergauf, in Spanien gehts bergabSattelstütze und Implantat
Runter nach Spanien! Wir hoffen in Isaba eine Ersatz-Sattelstütze zu bekommen. Leider gibt es dort nichts zu kaufen und in der örtlichen Autowerkstatt werden wir sehr unhöflich abgewiesen. Wenigstens finden wir im Baustellenabfall ein passendes Stück 20er Bewehrungsstahl und können die Sattelstütze behelfsmäßig wieder aufstecken.

 


Das Wasser fehlt im Frühherbst: talabwärts von Burgui

Am heutigen Etappenziel Burgui beratschlagen wir lange, wo wir wohl schnell und zuverlässig Reparatur und Ersatz herbekommen und entschließen uns zur Trennung: Christophe und Jürgen fahren weiter nach Jaca, Peter und ich fahren zurück nach Oloron und anschließend mit dem Auto nach Jaca.

Scheiß Sattelstütze: Mal eben 1.200 hm Straße zurück!

Baskenland: Die Basken auf der spanischen Seite wirken auf uns sehr verschlossen, ja teilweise sogar regelrecht unfreundlich. Wir sind höflich als Touristen und grüßen jeden, werden aber nie zurückgegrüßt. Ganz anders als sonst.

Burgui - man beachte die kleine Floßrutsche, an der Flöße über das Wehr fahren könnenDie kleine Steinbrücke in Burgui
Hotel AlmadieroUnsere Unterkunft:
Das Hotel Almadiero - sehr hübsches Hotel und die Wirtin ist sehr freundlich. Ü 50,- € pro DZ incl. Frühstück
Epilog: Grenze zwischen Franken und der maurischen Expansion

Die Beschäftigung mit den Pyrenäen ist ein Appetitmacher, sich mit dem europäischen Frühmittelalter zu beschäftigen: Der Auseinandersetzung des christlichen Europas, unterworfen durch Karl den Großen, und der islamischen Expansion durch die Araber: Dramatisch!!

Mohammed erobert 622 bis 632 die arabische Halbinsel, seine Nachfolger besetzen danach recht schnell den mittleren Osten und Nordafrika. Im April 711 setzt Tarik ibn Sijad mit ca. 12.000 Mann nach Gibraltar über und erobert den Großteil der bis dato westgotischen iberischen Halbinsel. 714 stoßen die Mauren, wie die arabischen Eroberer genannt werden, bis an die Pyrenäen vor und bedrohen somit das mächtige Reich der Franken. Im Norden und Nordwesten der iberischen Halbinsel entstehen christliche Reiche, der Beginn der Reconquista. Die Mauren unternehmen Überfälle und Raubzüge ins Reich der Franken, verwüsten Bordeaux.732 stehen sie im fränkischen Kernland, verwüsten Poitiers und stehen vor Tours, der Stadt des von den Franken verehrten Martin (St. Martin).

Karl Martell schlägt die Sarazenen, wie die islamischen Eroberer auch genannt werden, vernichtend und wird so zum Retter des Abendlandes.

Diese gründen 756 das "Omaijadische Emirat von Cordoba", das ab 929 als Kalifat geführt wird.

Karl Martells Enkel Karl der Große prägt das Europa des Mittelalters: Im Osten unterwirft er die Sachsen in blutigen Kriegen, im Westen festigt er die Pyrenäen als Grenze zwischen christlichen Europäern und islamischen Mauren. 778 unternimmt Karl der Große einen Feldzug gegen die Sarazenen bis vor Saragossa. Auf dem Rückzug greifen die Basken am 15. August 778 die ungeschützte Nachhut des kaiserlichen Heeres im Tal von Roncevalles an: Karls einzige Niederlage und der historische Kern der Rolandssage.



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